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AB 06 — Software License Agreement

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Was ist geistiges Eigentum? (IT-spezifischer Kontext)

Abschnitt betitelt „Was ist geistiges Eigentum? (IT-spezifischer Kontext)“

Begriffserklärung: Geistiges Eigentum (Intellectual Property, IP)

Abschnitt betitelt „Begriffserklärung: Geistiges Eigentum (Intellectual Property, IP)“

Geistiges Eigentum bezeichnet immaterielle Werke, die durch kreative oder geistige Leistungen entstehen. Zu diesen Werken gehören:

Im IT-Kontext besonders relevant:

Webseiten (Layout, Texte, Grafiken, Quellcode)

Software / Quellcode

Apps, Tools, Skripte, Plugins

Designs & UI/UX Konzepte

Datenbanken

E-Books, Blogartikel, Dokumentationen

Audiovisuelle Inhalte (Videos, Präsentationen, Podcasts)

Computergrafiken, 3D-Modelle, Icons

Urheberrecht (Copyright)

Schützt den Quellcode (als Sprachwerk) sowie das Design und die Benutzeroberfläche. Es entsteht automatisch mit der Erschaffung.

Wichtig: Das Urheberrecht schützt die konkrete Umsetzung, nicht die abstrakte Idee dahinter.

Beispiele:

Code (z. B. Java, Python, HTML)

Texte (Dokumentation, E-Books)

Musik, Grafiken, Bilder

Schutz entsteht automatisch, kein Eintrag nötig.

Markenrecht (Trademark)

Schützt Zeichen, Logos, Produktnamen, Firmenbezeichnungen.

Beispiel:

Windows®

Linux®

Apple®

PlayStation®

Ein Eintrag im amtlichen Markenregister ist erforderlich.

Patente (Brevets)

Schützt technische Erfindungen und Problemlösungen.

In Europa sind „reine“ Algorithmen schwer patentierbar, aber „computerimplementierte Erfindungen“ (z. B. ein besonders effizientes Verschlüsselungsverfahren oder eine Steuerungslogik für Hardware) können geschützt werden.

Beispiele:

Verschlüsselungsverfahren

Hardware-Designs

Netzwerkprotokolle (selten)

Softwarepatente sind in der EU sehr eingeschränkt möglich.

Einordnung der Schutzfristen

SchutzrechtWas wird geschützt?Dauer
UrheberrechtCode, Texte, UI/UX, GrafikenBis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers
MarkeName, Logo, SloganUnbegrenzt (muss alle 10 Jahre verlängert werden)
PatentTechnische Innovation / LogikMaximal 20 Jahre

Geschäftsgeheimnisse

Schützen vertrauliches Know-how.

Beispiele:

Quellcode intern entwickelter Software

Algorithmen

Konfigurationsparameter

Sicherheitsmechanismen

Hier gilt: Sicherheit durch Geheimhaltung.

Gesetzliche Grundlagen und Konsequenzen bei Verstößen

Abschnitt betitelt „Gesetzliche Grundlagen und Konsequenzen bei Verstößen“
Urheberrechtsgesetz (UrhG)Schützt Inhalte automatisch Gilt auch für Software, Webseiten, Fotos, Videos, Dokumentationen
Markenrecht (MarkenG)Schützt Logos, Marken, Slogans
Patentgesetz (PatG)Schützt technische Erfindungen
Datenschutzgesetze (DSGVO / GDPR)Relevanz für Code, der personenbezogene Daten verarbeitet
Unerlaubte Nutzung von CodeKopieren von GitHub-Projekten ohne Lizenzangabe Verwenden von Bildern, Icons, Grafiken ohne Rechte
SoftwarepiraterieNutzung illegaler Windows- oder Office-Versionen / Cracken von kommerzieller Software
LizenzverletzungenMissachtung von GPL (z. B. Code übernehmen, aber nicht offenlegen) / Entfernen von Copyright-Hinweisen
Verstöße im WebdesignKopieren ganzer Webseiten / Übernahme von CSS/HTML/JavaScript ohne Quellenangabe
Zivilrechtliche FolgenSchadensersatz Abmahnungen Unterlassungserklärungen Vertragsstrafen Lizenznachforderungen
Strafrechtliche FolgenGeldstrafen / Freiheitsstrafen (z. B. Computerkriminalität, Datenveränderung)
Arbeitsrecht & HochschuleSanktionen / Verweise / Kündigungen / Verletzung akademischer Integrität

Gängige Software-Lizenzen:

MIT License (sehr frei)

Apache 2.0 (frei, mit Patentschutz)

GPLv3 (Copyleft – Änderungen müssen offen bleiben)

BSD 2/3-Clause

Creative Commons (CC) für Inhalte

Warum Lizenzen wichtig sind:

  • Sie regeln klar, was andere dürfen: kopieren, bearbeiten, nutzen, weitergeben.

Automatischer Schutz für:

Code

Webseiten

Texte

Grafiken

Datenbanken

Empfehlung:

Datum + Autor im Header

Versionskontrolle (Git) als Beweis

Hashwerte für Beweissicherung

Sinnvoll für:

App-Namen

Logos

Produktbezeichnungen

Schutz gilt für 10 Jahre (verlängerbar).

Schützen technische Erfindungen, z. B.:

Algorithmische Verfahren

Hardwarelösungen

Kommunikationsmethoden

Aufwendig & teuer – aber stark.

Beispiele:

GEMA (Musik)

VG Wort (Texte, Artikel)

VG Bild-Kunst (Grafik, Foto)

Sie sorgen für:

Lizenzvergabe

Einnahmen

Rechtliche Durchsetzung

Erstellen Sie eine Vergleichstabelle über die wichtigsten Softwarelizenzen.

Die Tabelle muss Folgendes enthalten:

Name der Lizenz

Kurze Beschreibung

Wichtige Rechte

Wichtige Pflichten / Einschränkungen

Nutzen Sie für Ihre Recherche zuverlässige Quellen (z. B. opensource.org, GNU.org).

Beispielhafte Vergleichstabelle (Lösung / Muster)

Diese Tabelle kann von den Lernenden übernommen oder erweitert werden.

LizenzKurze BeschreibungWichtige RechteWichtige Pflichten

Kompetenzen

Abk.KompetenzPunkte
K1Der Auszubildende ist in der Lage eine der Situation angepasste Verschlüsselungstechnik anzuwenden und Daten gesichert zu übertragen.
K2Der Auszubildende ist in der Lage Gegenmaßnahmen für Malware einzusetzen.
K3Der Auszubildende ist in der Lage die Integrität der Daten und die Authentizität von Personen und Servern zu überprüfen.
K4Der Auszubildende ist in der Lage die Grundsätze des Urheberrechts zu beschreiben.6/6
K5Der Auszubildende ist in der Lage die Regeln und Verhaltensweisen im Umgang mit personenbezogenen Daten zusammenzustellen.
K6Der Auszubildende ist in der Lage und bereit, selbstständig und in einer Gemeinschaft, verantwortlich und zielführend zu handeln und sich weiterzuentwickeln.

Abbildung

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