AB 14 — RIP
Einführung in Routing und RIP
Abschnitt betitelt „Einführung in Routing und RIP“Was ist Routing?
Abschnitt betitelt „Was ist Routing?“Routing ist der Prozess, bei dem Netzwerkgeräte (Router) entscheiden, wohin ein Datenpaket weitergeleitet werden soll. Router analysieren die Ziel-IP-Adresse eines Pakets und bestimmen anhand ihrer Routing-Tabelle den besten Pfad zum Zielnetzwerk.
Wichtige Begriffe:
Router: Gerät, das Netzwerke verbindet und den Datenverkehr weiterleitet.
Routing-Tabelle: Liste von Netzwerken und den zugehörigen nächsten Hops.
Hop: Jeder Übergang von einem Router zum nächsten.
Statisches vs. dynamisches Routing
Abschnitt betitelt „Statisches vs. dynamisches Routing“Statisches Routing:
Routen werden manuell konfiguriert.
Vorteil: Einfachheit, Sicherheit.
Nachteil: Nicht skalierbar, keine automatische Anpassung bei Netzwerkänderungen.
Dynamisches Routing:
Router lernen automatisch neue Routen durch Austausch von Routing-Informationen.
Vorteil: Skalierbarkeit, Anpassung an Netzwerktopologieänderungen.
Nachteil: Komplexität, zusätzlicher Ressourcenbedarf.
Geschichte und Entwicklung von RIP
Abschnitt betitelt „Geschichte und Entwicklung von RIP“RIP (Routing Information Protocol) wurde ursprünglich in den 1980er Jahren entwickelt und ist eines der ältesten dynamischen Routing-Protokolle. Es basiert auf dem Distance-Vector-Algorithmus und wurde durch RFC 1058 (RIP v1) und später RFC 2453 (RIP v2) standardisiert.
Chronologie:
RIP v1 (1988): Klassenbasiert, keine Subnetzmasken.
RIP v2 (1994): Klassenlos, unterstützt Subnetze, Authentifizierung.
RIPng: Erweiterung für IPv6.
Grundlagen von RIP
Abschnitt betitelt „Grundlagen von RIP“Funktionsweise:
Router senden alle 30 Sekunden ihre vollständige Routing-Tabelle an Nachbarn.
Die Metrik ist die Anzahl der Hops (maximal 15).
Jeder empfangene Eintrag erhöht den Hop-Wert um 1.
Hauptmerkmale:
Einfach zu konfigurieren.
Begrenzte Skalierbarkeit (max. 15 Hops).
Unterstützt Load-Balancing (gleichgewichtete Routen).
Beispiel eines RIP-Eintrags:
Netzwerk: 192.168.1.0
Subnetzmaske: 255.255.255.0
Nächster Hop: 10.0.0.2
Metrik: 2
RIP v1 Konzepte
Abschnitt betitelt „RIP v1 Konzepte“Distanzvektor und Bellman-Ford-Algorithmus
Abschnitt betitelt „Distanzvektor und Bellman-Ford-Algorithmus“Distanzvektor-Routing bedeutet:
Jeder Router teilt seinen Nachbarn mit, welche Netzwerke er erreichen kann und wie viele Hops (Sprünge) entfernt sie sind.
Router haben keine vollständige Karte des Netzwerks, sondern kennen nur die Informationen ihrer Nachbarn.
Bellman-Ford-Algorithmus:
Grundlage für die Berechnung der besten Route.
Für jede Route wird die Gesamtkostenmetrik (Hop-Anzahl) berechnet.
Wenn ein Router eine neue Route mit geringerer Metrik erhält, aktualisiert er seine Routing-Tabelle.
Klassenbasiertes Routing
Abschnitt betitelt „Klassenbasiertes Routing“RIP v1 ist klassenbasiert:
Es verwendet keine Subnetzmasken im Routing-Update.
Netzwerke werden anhand ihrer IP-Klassen (A, B, C) erkannt:
Klasse A: 1.0.0.0 – 126.0.0.0 /8
Klasse B: 128.0.0.0 – 191.255.0.0 /16
Klasse C: 192.0.0.0 – 223.255.255.0 /24
Nachteil:
Keine Unterstützung für Variable Length Subnet Masking (VLSM).
Unflexibel bei moderner Subnetzgestaltung.
Paketstruktur von RIP v1
Abschnitt betitelt „Paketstruktur von RIP v1“RIP v1 Paketfelder:
Befehl (Command): 1 = Anfrage, 2 = Antwort.
Version: 1.
Adresseinträge (bis zu 25 pro Paket):
IP-Adresse des Netzwerks.
Nicht verwendete Felder.
Metrik (Anzahl der Hops).
Beispiel:
Command: 2 (Antwort)
Version: 1
Netzwerk: 192.168.10.0
Metrik: 2
Grundkonfiguration (Beispiel Cisco IOS)
Abschnitt betitelt „Grundkonfiguration (Beispiel Cisco IOS)“Szenario: Zwei Router (R1 und R2) sind direkt verbunden.
Netzplan:
R1 – 10.0.0.0/24 – R2
R1 Konfiguration:
R1> enableR1# configure terminalR1(config)# router ripR1(config-router)# version 1R1(config-router)# network 10.0.0.0R2 Konfiguration:
R2> enableR2# configure terminalR2(config)# router ripR2(config-router)# version 1R2(config-router)# network 10.0.0.0Überprüfung:
R1# show ip route ripBeispielausgabe:
R 10.0.0.0/24 [120/1] via 10.0.0.2, 00:00:12, FastEthernet0/0
Umsetzung des Netzwerks mit RIP statt statischen Routen
Schauen wir uns zuerst die Architektur an: Du hast drei Standorte (Limpertsberg, Congregation, Dommeldange), die über ein Dreiecks-WAN miteinander verbunden sind. Jeder Router hat ein lokales LAN und zwei WAN-Verbindungen zu den anderen Routern.
Adressplan (aus der Topologie abgeleitet)
LANs:
Netz 0 (Limpertsberg): 192.168.0.0/24 — Router-IP z.B. 192.168.0.1
Netz 1 (Congregation): 192.168.1.0/24 — Router-IP z.B. 192.168.1.1
Netz 2 (Dommeldange): 192.168.2.0/24 — Router-IP z.B. 192.168.2.1
WAN-Verbindungen (Serial):
10.0.0.0/24: Congregation ↔ Dommeldange
10.0.1.0/24: Limpertsberg ↔ Congregation
10.0.2.0/24: Limpertsberg ↔ Dommeldange
Grundidee von RIP
Bei statischen Routen musst du auf jedem Router jedes fremde Netz von Hand mit ip route ... eintragen. Bei RIP (Routing Information Protocol) sagst du jedem Router nur, welche eigenen Netze er hat, und die Router tauschen sich dann automatisch per Broadcast (alle 30s) über die Routing-Tabellen aus. Das Schöne: Fällt eine Leitung aus (z.B. 10.0.1.0), findet RIP automatisch den Weg über Dommeldange.
Wichtig bei RIPv1 (Cisco-Default): klassenbasiert, kein VLSM, keine Subnetzmasken-Übertragung. Für dein Netz reicht das aber, weil alle Subnetze /24 sind und du klassische Klasse-A (10.0.0.0) bzw. Klasse-C (192.168.x.0) Netze verwendest. Sicherer ist trotzdem RIPv2.
Konfiguration Router Limpertsberg
R1> enableR1# configure terminalR1(config)# router ripR1(config-router)# version 2R1(config-router)# no auto-summaryR1(config-router)# network 192.168.0.0R1(config-router)# network 10.0.0.0R1(config-router)# exitKonfiguration Router Congregation
R2> enableR2# configure terminalR2(config)# router ripR2(config-router)# version 2R2(config-router)# no auto-summaryR2(config-router)# network 192.168.1.0R2(config-router)# network 10.0.0.0R2(config-router)#R2(config-router)# exitKonfiguration Router Dommeldange
R3> enableR3# configure terminalR3(config)# router ripR3(config-router)# version 2R3(config-router)# no auto-summaryR3(config-router)# network 192.168.2.0R3(config-router)# network 10.0.0.0R3(config-router)# exitErklärung der wichtigen Befehle
Der Befehl network 10.0.0.0 aktiviert RIP auf allen Interfaces, die im Netz 10.0.0.0/8 liegen — also bei jedem Router auf beiden seriellen WAN-Schnittstellen gleichzeitig. Du musst die /24-Subnetze nicht einzeln angeben, weil RIP intern mit dem klassischen Klassennetz arbeitet.
version 2 aktiviert RIPv2 (überträgt Subnetzmasken mit, unterstützt VLSM, Multicast 224.0.0.9 statt Broadcast).
no auto-summary ist entscheidend: ohne diesen Befehl würde RIP die Netze 192.168.0.0, 192.168.1.0 und 192.168.2.0 automatisch zu 192.168.0.0/16 zusammenfassen, was zu Routingproblemen führt.
Vorher die statischen Routen entfernen
Falls noch statische Routen aus der alten Konfiguration drin sind, musst du sie auf jedem Router löschen, sonst gibt es Konflikte (statische Routen haben mit AD=1 immer Vorrang vor RIP mit AD=120):
| configure terminal no ip route 192.168.1.0 255.255.255.0 10.0.1.2 no ip route 192.168.2.0 255.255.255.0 10.0.2.2 ! (entsprechend auf den anderen Routern) |
|---|
Oder zum Auflisten erst: show ip route static
Testen
Nach ca. 30–60 Sekunden Konvergenzzeit kannst du prüfen:
show ip route ripshow ip protocols debug ip ripIn der Routing-Tabelle solltest du dann Einträge mit dem R-Präfix sehen, z.B. auf Limpertsberg:
R 192.168.1.0/24 [120/1] via 10.0.1.2, 00:00:15, Serial0/0R 192.168.2.0/24 [120/1] via 10.0.2.2, 00:00:10, Serial0/1Die [120/1] bedeutet: Administrative Distance 120 (RIP) und Hop-Count 1.
Vorteil gegenüber statischen Routen
Wenn z.B. die Leitung 10.0.1.0 zwischen Limpertsberg und Congregation ausfällt, merkt RIP das nach spätestens 180s (Invalid-Timer) und routet Pakete von Limpertsberg nach Netz 192.168.1.0/24 automatisch über Dommeldange (Hop-Count 2 statt 1). Bei statischen Routen wäre die Verbindung tot, bis du manuell eingreifst.
Soll ich dir auch noch die passenden Interface-Konfigurationen (IP-Adressen, clock rate auf der DCE-Seite usw.) für die seriellen Verbindungen aufschreiben?
Aufgaben
Abschnitt betitelt „Aufgaben“Baue folgendes Netzwerk auf: https://ece-lab-reports.blogspot.com/2019/10/computer-`network`-sessional-router.html
Siehe dir folgendes Video an: https://www.youtube.com/watch?v=i83qrFq3BYQ&ab_channel=Electrical%26ComputerEngineeringProject
